Nordbayerische Nachrichten
Vom Andern aus lerne die Welt
begreifen“, jenes rätselhaft schöne
Hauptstück des Abends lieferte den Titel für ein
außergewöhnliches Zusammenspiel von Text und Musik,
das sich dem gängigen Muster einer Lyriklesung, bei der
allenfalls Musik in der Liga Klezmer oder Jazz als Begleitung geduldet
wird, konsequent verweigerte. (…) Das Experiment Ringelnatz,
Gutschmann und „tERROR FUNk mISsion“ ist ohne
Zweifel ein Erfolg.
Neuer Wiesentbote
Die „tERROR FUNk mISsion” bot ein
Konzert der besonderen Art. Texte und Gedichte von Joachim Ringelnatz
genial untermalt von avantgardistischer Musik. Jott. Gutschmann trug
die Texte mit Inbrunst und Leidenschaft vor, erweckte sie sozusagen zum
Leben. (…) Starker Tobak für ein Publikum, das
sicherlich andersartige Dichterlesungen gewöhnt war und mit
entsprechenden Erwartungen in die Bücherei strömte.
Gekonnt unterstützte der TFM-typische Klang die ebenso
eigenwilligen Texte des Dichters. (…) Der Licht-Designer
Martin Wohlleib spendierte dem Saal ein farbenprächtiges
Bühnenbild, das auch bei dem aus allen Altersschichten
bestehenden Publikum gut ankam. Eine etwas betagte Besucherin:
„Ich hatte einen sehr schönen Abend!”
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Fürther Nachrichten
Jott. Gutschmann und den Musikern
glückte ein Gesamtkunstwerk, dass das Publikum vor allem wegen
seiner Leidenschaftlichkeit packte. Die Ringelnatzbegeisterten (...)
wagten ein Experiment. Sie brachten die drastisch-sarkastischen
Gedichte von Joachim Ringelnatz untermalt mit avantgardistischer Musik
auf die Bühne. Heraus kam ein Lyrik-Programm in
überraschend neuer und sehr eindringlicher Form. Unter dem
Titel, „Vom andern aus lerne die Welt begreifen“
ging es in drei Abteilungen durch das Leben des oft missverstandenen
Dichters Ringelnatz. Angefangen mit seinem Leben als Seemann, das er
in den Geschichten von „Kuttel Daddeldu“ verarbeitete und das mit
Skurrilitäten wie „steinalte Frau, zubereitet wie
wie
Karpfen blau“ aus „Sylvester bei den
Kannibalen“ gespickt ist. Es enthielt aber auch die weniger
bekannte und melancholische Seite des Joachim Ringelnatz Raum, etwa mit
dem Titelgebenden Stück „Vom andern aus lerne die
Welt begreifen“. Jott Gutschmann ließ Ringelnatz
auf der Bühne lebendig werden, sei es mit einer heraus
gebrüllten Liebeserklärung oder dem beinahe gerappten
„Kuttel Daddeldu und die Kinder“.
Terror Funk Mission wob einen Klangteppich, der Themen und Stimmungen
kongenial umsetzte. Dazwischen gab es in kleinen Häppchen
immer wieder Informatives über den Dichter.
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